Wunschdenken und Ignoranz

Kürzlich konnte man in einem Artikel zum Thema Nord-Ost-Umgehung ein Zitat des FWG-Fraktionsvorsitzenden Konieczny lesen: „Ich streite mich nicht um die Frage, um exakt wie viel Prozent Usingen vom Verkehr entlastet wird. Wichtig ist, dass ein Großteil des Verkehrs aus der Stadt genommen wird.“
Es ist Wunschdenken, wenn Herr Konieczny glaubt, die Nord-Ost-Umgehung würde einen Großteil des Verkehrs aus Usingen nehmen. Der größte Anteil ist immer noch der Ziel- Und Quellverkehr und das besonders nach der Eröffnung des Einkaufszentrums am Neuen Marktplatz. Auch Schulen, wie die CWS mit rund 1200 Schülern und Lehrern und die (verbliebenen) Geschäfte leisten ihren Beitrag zum Innenstadtverkehr. Nachdem in der neuen Planung die Frankfurter Straße offen bleibt, wird auch der Verkehr über diese Straße nicht auf die Umgehung verlagert werden können.
Es ist Ignoranz, wenn Herr Konieczny sich nicht mit Andersdenkenden streiten will und um den besten Kompromiss bemüht.
Ist es nicht auch Ignoranz wenn Usinger Politiker seit mehr als 30 Jahren auf die Ringstraße um Usingen bestehen, obwohl HessenMobil als Planungsbehörde diese Variante der Nord-Ost-Umgehung als die für die Umwelt schädlichste Möglichkeit der Verkehrsentlastung Usingens klassifiziert?
Es ist Zeit zum Umdenken. Die verbliebenen Flächen der Usinger Landschaft dürfen nicht für eine umstrittene Trasse versiegelt werden. Und wo haben Usinger Politiker einen „Plan B“? Hat man schon einmal darüber nachgedacht was zu tun ist, wenn die Nord-Ost-Umgehung nicht zu verwirklichen ist?

Probebohrungen entlang der Trasse

Holzpflöcke markieren die Probebohrungen

Auf dem Gebiet der geplanten Trasse der Nord-Ost-Umgehung rund um Usingen findet der Naturfreund hin und wieder einen Holzpflock, dessen Bedeutung sich nicht gleich erschließt. Der Holzpflock markiert die Stelle, an der im Auftrag von HessenMobil eine Probebohrung durchgeführt wurde. Die Hessische Landgesellschaft mbH koordiniert die Bohrungen und beauftragt weitere Firmen zur Durchführung. Insgesamt 97 Probebohrungen sind auf der Trasse geplant. Die Bohrfirmen sind allerdings in ganz Hessen aktiv und so bestätigte auch ein Sprecher der Hessischen Landgesellschaft, dass es eine Weile dauern wird, bis die Bohrungen abgeschlossen sind. Der Erholungssuchende, der in der schönen Usinger Landschaft einen Pflock findet, kann sich schon einmal ein Bild davon machen, wie es wohl aussieht, wenn an dieser Stelle der Verkehr rollt.

Biodiversität? – Nicht in Usingen?

Da erfahren wir aus den Medien von dem schwindenden Bestand der Wildbienen und anderer Insekten, die allesamt in den Wechselbeziehungen der Natur eine große Rolle spielen. Sei es als Nahrung für die Vögel, sei es als Bestäuber der Wild- und Nutzpflanzen. In China versuchen die Bauern schon die fehlenden, kleinen fleißigen Helfer zu ersetzen und mit Pinseln die Blüten der Obstbäume zu bestäuben.
Und in Usingen? Da schlagen die Grünen in den Ausschüssen vor, die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ zu unterzeichnen und dem gleichnamigen Bündnis beizutreten und es damit anderen Gemeinden gleichzutun. Doch daraus wird nichts.
Alexander Jackson (CDU) äußert dazu, im Hinblick auf die geplante Nord-Ost-Umgehung könne man dem Bündnis nicht beitreten. Der Bau der Umgehung bedeute einen großen Einschnitt in die Landschaft und stehe damit dem Beitritt zum Bündnis für Diversität entgegen.
Mit seiner Einschätzung der Landschaftszerstörung durch die Nord-Ost-Umgehung hat er völlig recht. Aber glaubt er, dass die Aufrechterhaltung der Biodiversität keiner Anstrengung bedarf, weil die Zerstörung des Umlandes sowieso geplant sei? Dieses Bekenntnis hat fatalistische Züge und findet sich mit der rasant fortschreitenden Umweltzerstörung ab. Sind Herr Jackson und seine Parteifreunde nicht an der Erhaltung ihrer und unserer Lebensgrundlage interessiert?

Wernard sieht die Nord-Ost-Umgehung durch die Brandholztrasse gefährdet

Das Thema „Ausbau der Brandholztrasse“ ist für BM Wernard ein rotes Tuch

Die kommunale Zusammenarbeit zwischen Usingen und Neu-Anspach ist für den Ausbau der Brandholztrasse unabdingbar. Dagegen wehrt sich der Usinger Bürgermeister Wernard vehement und lehnt nach „Kurfürstenart“ jede Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Neu-Anspach ab. Er äußerte u.a. auf einer Sitzung des Usinger Bauausschusses: „Neu-Anspach braucht gar nicht erst anzurufen“ und weiter: „…weil ich mich mit Neu-Anspach nicht zusammensetze“ und zu guter Letzt: „….dies (Ausbau der Brandholztrasse) würde auch die Nord-Ost-Umgehung gefährden.“  Recht hat er. Der Ausbau der Brandholztrasse würde eine Entlastung der Usinger Innenstadt bringen und damit die Nord-Ost-Umgehung weiter in Frage stellen. Auch Neu-Anspach ist daran interessiert um die Anwohner Hausen-Arnsbachs vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Siehe auch unseren Pressespiegel zu diesem Thema.

Vandalismus in Usingen

Am Wernborner Weg

Am Eschbacher Weg

Schon die zweite Infotafel der IZEDUL wurde mutwillig zerstört.

Immer mehr scheint verbale und auch Gewalt an Sachen eine sachliche Diskussion zu verdrängen. Nun auch in Usingen. IZEDUL hat entlang der geplanten Trasse der Nord-Ost-Umgehung Schilder zur Information der Bürger aufgestellt. Darauf steht auch die Adresse der Interessengemeinschaft, die zur Diskussion, sei es im kleinen Kreis oder auch in der Öffentlichkeit, einlädt.

Nun hat ein Vandale schon das zweite Panel „platt“ gemacht, eines am Eschbacher Weg und das zweite am Wernborner Weg. Was sind das für Wutbürger, die mit roher Gewalt reagieren, wenn ihnen etwas nicht passt? Auf alle Fälle sind es keine Umweltfreunde, denn die Bruchstücke haben sie einfach hinter eine Vogelschutzhecke geworfen.

Siehe auch unseren Presseartikel

Wernard hofft auf Baubeginn der Nord-Ost-Umgehung in fünf bis sechs Jahren

Anlässlich des Neujahrempfangs hat sich BM Wernard wieder einmal zum Baubeginn der NOU geäußert. Lesen Sie dazu den Artikel im Usinger Anzeiger vom 19.01.17. Beim Empfang erntete der Bürgermeister für seine Aussage Gelächter. Nicht dass die Zuhörer bösartige Zeitgenossen wären, nein, zu oft wurden Termine genannt, die jeder Realität fern waren. So äußerte der sich der BM im Jahre 2014/2015:

25.01.2014: „Ich hoffe, dass die Nord-Ost-Umgehung nach der nun anstehenden zweiten Offenlegung der Planung und dem anschließenden Erörterungsverfahren, nach dem Planfeststellungsbeschluss und Abschluss der rund zwei Jahre dauernden Bauarbeiten 2019 oder 2020 eröffnet werden kann“.

14.03.2014: „Ich hoffe, dass im nächsten Jahr der Planfeststellungsbeschluss erteilt wird – dafür gebe ich alles.“

29.12.2014: „2015 wird das Erörterungsverfahren im ersten Quartal eingeleitet, dann folgt Baurecht.“

01.07.2015: „Derzeit wird das Straßenprojekt im Bundesverkehrsministerium geprüft und ich rechne für das dritte Quartal 2015 mit dem Beginn der zweiten Offenlegung.“

BM Wernard hofft, dass es keine Einsprüche und Klagen gegen die neue Planung geben wird, da ja der Bürgerwille berücksichtigt sei. Dies ist nicht richtig. Die neue Planung beruht lediglich auf den Vorschlägen des inzwischen verstorbenen Herrn Behn und ist keineswegs umweltfreundlicher als die alte Variante. Im Gegenteil, die Frankfurter Straße wird nicht geschlossen und die Anbindung im Wehrheimer Wald wird viel Wald verschlingen. Hohe Wände und Zäune sollen an drei Stellen der Trasse die querenden Fledermäuse schützen. Das Planungsbüro Koch hat alle umweltschädlichen Planungsdetails aufgelistet und damit den Umfang der Umweltzerstörung dokumentiert. Interessierte Bürger können Details gerne bei IZEDUL einsehen – schreiben Sie an info@nullizedul.de.

IZEDUL stellt neue Tafeln auf

Neue Schilder weisen auf die geplante Umweltzerstörung durch die Trasse der Nord-Ost-Umgehung hin

Entlang der Trasse der geplanten Nord-Ost-Umgehung haben Mitglieder der IZEDUL insgesamt 6 neue Hinweistafeln aufgestellt. Die Tafeln weisen mit einem kurzen Satz auf die geplante Umweltzerstörung hin. Mehr Informationen kann der Betrachter über die Internetadresse izedul.de erhalten. Für Smartphone-Nutzer ist die Internetadresse der IZEDUL als QR-Code dargestellt. Mit dem Handi und der passenden App kann sich der Betrachter vor Ort direkt auf die Internetseite der IZEDUL einwählen und so mehr Details erfahren.

Die Schilder befinden sich am Ende des Schlappmühler Pfades, auf dem Wernborner Weg, an der Hattsteiner Allee und am Radweg im Wehrheimer Wald. Die Tafel auf dem Eschbacher Weg wurde von Vandalen gleich am Folgetag nach der Aufstellung zerstört. IZEDUL wäre es lieber, wenn sich diese Leute zu einer sachlichen Debatte bereit fänden, statt blinde Wut walten zu lassen.

BM Hoffmann würde nachts gerne die Brandholzspange schließen

Die Diskussion um die Brandholzspange nimmt Form an

Bereits seit 1984 fordert IZEDUL die Öffnung und den Ausbau der Brandholzspange zur Entlastung Usingens und Hausen-Arnsbachs vom Durchgangsverkehr. Schon jetzt nutzen viele Autofahrer diese Trasse – verbotenerweise, denn die Zeit sparende Strecke ist für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Die Politikermeinungen sind gespalten. Während Holger Bellino (CDU) sich die Öffnung vorstellen kann, lehnt der Stadtverordnetenvorsteher Liese (CDU) den Ausbau strikt ab. Sein Hauptargument: Dann kann man die Nord-Ost-Umgehung vergessen. Was ist das aber für eine Begründung, wenn man durch den preiswerten Ausbau einer bestehenden Straße mindestens 37Mio € für die Nord-Ost-Umgehung sparen und damit eine immense Zerstörung der Usinger Landschaft verhindern kann?2016-11-23-brandholztrasse

Jetzt hat der Neu-Anspacher Bürgermeister Hoffmann (CDU) gar die nächtliche Sperrung der Brandholzspange wegen „illegaler Nutzung“ gefordert (siehe Artikel im Usinger Anzeiger). Hiermit nimmt er Rücksicht auf seine Usinger Parteikollegen, die mit Gerhard Liese die Nord-Ost-Umgehung unbedingt verwirklichen wollen und vor deren Bau jede Entlastung der Usinger Innenstadt zu verhindern suchen. Siehe dazu unseren Beitrag „So denken Usinger Politiker wirklich“.

Usinger Landwirte sind gegen die Nord-Ost-Umgehung

IZEDUL trifft sich mit Usinger Landwirten

In der KW45 trafen sich Vertreter der IZEDUL mit den Usinger Landwirten, um die Vorentwürfe der Ausgleichsmaßnahmen für die mit dem Bau der NOU einhergehende Umweltzerstörung zu diskutieren. HessenMobil hat2016-11-treffen-izedul-bauernte die neueste Planung mit der Bitte um Vorschläge und Korrekturen der Ausgleichsmaßnahmen an die Landwirte geschickt. Während des Treffens kam aber zum Ausdruck, dass die Usinger Bauern grundsätzlich gegen die Nord-Ost-Umgehung und deren mit umzusetzenden Ausgleichsmaßnahmen sind. Durch den Bau der Straße sehen sie die Existenz ihrer bereits heute am Rande der Rentabilität betriebenen Höfe gefährdet. Neben dem enormen Flächenfraß, der durch die Straße entsteht, werden die Flächen durchschnitten und damit entstehen kleinere Flächenstrukturen, die die Bewirtschaftung erschweren oder unmöglich machen. Auch werden durch die Ausgleichsmaßnahmen die Auflagen der Behörden zur Bewirtschaftung der Flächen erhöht und damit die Feldarbeit erheblich erschwert. Außerdem führt die geplante Trasse direkt an den landwirtschaftlichen Betrieben vorbei, so dass auch anliegende Weideflächen für die Tiere als solche nicht mehr genutzt werden können. Siehe Presseartikel der IZEDUL. Presseartikel in der Taunus Zeitung. Presseartikel im Usinger Anzeiger.