Immer mehr Stimmen in Usingen wenden sich gegen die Nordostumgehung.

Zum ersten Mal wenden sich im kommunalen Wahlkampf zwei politische Parteien in Usingen gegen die Nordostumgehung und setzen sich für eine Alternative zur Verkehrsentlastung Usingens ein.

Auch in den etablierten Parteien gibt es inzwischen Stimmen, die die Nordwestumgehung als nicht mehr realisierbar betrachten. Dies liegt sicher auch an der Finanzierbarkeit und Bedenken zum Klimawandel und Umweltschutz. Ausserdem hat sich die Wirksamkeit der geplanten Trasse zu Gunsten einer Lösung im Süd-Westen verschoben. Im Laufe der langen Planungszeit der NOU wurde die Südtangente und die Heisterbachstraße gebaut – beide Verkehrswege schließen die Industriegebiete in Usingen und Neu-Anspach optimal an. Auch die Innenstadtverdichtung und der Bau des Gewerbegebietes in der Innenstadt Usingens hat das Verhältnis zwischen Ziel-, Quell- und Durchgangsverkehr geändert. Die Planungen der Nordostumgehung basieren aber immer noch auf den Verkehrsverhältnissen von vor 15 Jahren – höchste Zeit umzudenken.

Lesen Sie dazu einen Presseartikel der Usinger FDP sowie Leserbriefe von Doris Warlich und Dr. Kunibert Schmidt.

BM Wernard besucht Verkehrsminister Kaweh Mansoori in Wiesbaden

Kurz vor unserem Informationsabend für die Usinger Bürger am 5.2.2025 besuchte BM Wernard das Verkehrsministerium in Wiesbaden, um sich über den Stand der Nordostumgehung zu informieren.

Nach unserem Informationsabend beschimpfte Herr Wernard die IZEDUL und behauptete im Stadtparlament, die Interessengemeinschaft würde Lügen und Märchen verbreiten.

Der Besuch in Wiesbaden brachte aber keine anderen als die von uns veröffentlichten Informationen – im Gegenteil. Der von Herrn Wernard auf Anfrage der AFD im Stadtparlament genannte Erörterungstermin im Sommer 2025 entsprach wohl mehr seinem Wunschdenken. Siehe hierzu den Artikel des Verkehrsministeriums vom 04.02.2025 .

Der IZEDUL Faktencheck

Usinger Politiker bezichtigen die IZEDUL e.V. auf ihrer Info-Veranstaltung am 5.2.2025 Lügen und Märchen erzählt zu haben. In loser Reihenfolge wollen wir Aussagen Usinger Politiker auf deren Wahrheitsgehalt prüfen.

Aussage des Bürgermeisters Wernard im Januar 2023:
„Ende des ersten Quartals wird der Erörterungstermin stattfinden“

Fakt: Bis heute wurden die 250 Einwendungen der Bürger und Verbände von Hessen Mobil noch nicht beantwortet. Das wird auch nicht so schnell geschehen, denn die Planung muss verändert und damit neu veröffentlicht werden.

Frage: Warum reden Usinger Politiker die Situation um das feststeckende Planfeststellungsverfahren immer wieder schön, statt sich um Alternativen zu kümmern?

Der IZEDUL Faktencheck

Usinger Politiker bezichtigen die IZEDUL e.V. auf ihrer Info-Veranstaltung am 5.2.2025 Lügen und Märchen erzählt zu haben. In loser Reihenfolge wollen wir Aussagen Usinger Politiker auf deren Wahrheitsgehalt prüfen.

BM Wernard behauptet in der Stadtverordnetenversammlung am 10.02.2025: „Der Erdmassenüberschuss, der durch den 19m tiefen Graben im Osten der geplanten Nordostumgehung anfallen würde, besteht aus gutem Mutterboden und kann auf die umliegenden Felder verteilt werden.“

Fakt: Der Aushub von mehreren tausend m³ besteht aus Faulschiefer und Grauwacke, mit der man im Mittelalter die Stadtmauer gebaut hat. Die Landwirte in der Umgebung wissen nichts von dem Vorhaben und sind entsprechend empört.

Der IZEDUL Faktencheck

Usinger Politiker bezichtigen die IZEDUL e.V. auf ihrer Info-Veranstaltung am 5.2.2025 Lügen und Märchen erzählt zu haben. In loser Reihenfolge wollen wir Aussagen Usinger Politiker auf deren Wahrheitsgehalt prüfen.

Aussage: Bürgermeister Wernard behauptet in einem Presseartikel vom 12.02.2025: „Die Planung (der Nordostumgehung) war noch nie so weit in Bezug auf den Planfeststellungsbeschluss.“

Fakt: Die beiden vorangegangenen Planungsvarianten kamen sogar bis zum Erörterungstermin, bevor sie verworfen wurden. Die jetzige Planung hat noch nicht einmal den Erörterungstermin erreicht. Dieser wird erst im Jahr 2026 erwartet.

Der IZEDUL Faktencheck

Usinger Politiker bezichtigen die IZEDUL e.V. auf ihrer Info-Veranstaltung am 5.2.2025 Lügen und Märchen erzählt zu haben. In loser Reihenfolge wollen wir Aussagen Usinger Politiker auf deren Wahrheitsgehalt prüfen.

Aussage: Auf Instagram berichtet die Stadt Usingen über den Stand des Planfeststellungsverfahrens zur Nordostumgehung. Dazu bedient sie sich zur Illustration eines Bildes aus dem Ausland.

Fakt: Es gibt in Usingen keine mehrspurigen Staus auf Straßen mit gelb-roten Schildern zur Geschwindigkeitsbegrenzung.

Frage: Wie wäre es, wenn man sich in Usingen an die Tatsachen hielte, keine Horrorszenarien aufzeigen und sich mit der Alternative zur Nordostumgehung beschäftigen würde?

„Eine Straße entsteht“

Hessen Mobil veröffentlicht eine Broschüre, in der der Werdegang eines Straßenbauprojektes ausführlich beschrieben wird.

Insgesamt sind es 13 Schritte von der Beantragung bis zum Bau, die ein Straßenbauprojekt zu durchlaufen hat. Das Planfeststellungsverfahren für die Nordostumgehung befindet sich zur Zeit bei Schritt 6 von 13. Die von Politikern immer wieder angekündigte schnelle Verwirklichung der Nordostumgehung wird damit unglaubwürdig.

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„Toter Gaul“ Nordostumgehung

Seit 40 Jahren beharren Usinger Politiker auf dem Bau der Nordostumgehung, einem Straßenring rund um Usingen. Nun steckt das Planfeststellungsverfahren fest.

Die bisherige Planung muss aus verschiedenen Gründen verändert werden, was eine erneute Offenlegung mit sich bringt. Damit ist der Erörterungstermin in weitere Ferne gerückt. Auf der Informationsveranstaltung der IZEDUL e.V. wurde in der Präsentation auch die Metapher vom „Toten Gaul“ gebracht – treffender kann man die Situation nicht beschreiben.