Zeitungs-Interview zum Thema
Nord-Ost-Umgehung

Der Usinger Anzeiger veröffentlichte am 05.07. sein Sommerinterview zum Thema Nordostumgehung.

Alexander
D. Jackson

Norbert
Gerhardt

Norbert  Gerhardt von der IZEDUL und der Stadtverordnete und CDU-Politiker Alexander D. Jackson gaben Antworten auf fünf Fragen zum Thema Nordostumgehung. Doch lesen Sie selbst: Eingriff contra Entlastung

18,5 m tiefer Graben an den Weingärten

Die Planung der Nordostumgehung sieht einen bis zu 18,5 m tiefen Graben am Wohngebiet „Weingärten“ vor.

Nur wenige Meter von den Weingärten entfernt soll die Trasse der Nordostumgehung in einem bis zu 18,5 m tiefen und ca. 90 m breiten  Graben verlaufen. Das Bild zeigt die Böschung eines ähnlichen Bauwerks. Oben kann man sich die Bäume in der Kurve des Schlappmühler Pfad vorstellen, hinter denen die Wohnhäuser stehen. Die Brücke würde außerdem mit Fledermausleiteinrichtungen verziert, das sind Zäune und Sichtschutzblenden entlang des Grabens und auf der Brücke.

Bürgerversammlung mit HessenMobil

Zum 11. 6. 2018 lud Herr Liese zur Vorstellung der Nord-Ost-Umgehung durch HessenMobil

Der Artikel in der Taunuszeitung mit dem Titel „Zuhören ja, mitreden nein“ beschreibt recht gut den Abend. Unerfreulich war die Art und Weise wie Herr Liese die Versammlung leitete und dabei auch vor diskriminierenden Äußerungen gegenüber Rednern aus der Zuhörerschar nicht zurück schreckte.  200 Interessierte waren gekommen, soviel hatte Herr Liese wohl nicht erwartet. Der Termin war lediglich bei den öffentlichen Bekanntmachungen im Usinger Anzeiger publiziert. Erst durch die Öffentlichkeitsarbeit der IZEDUL wurden die Teilnehmer informiert. HessenMobil gab eine professionelle Präsentation über die „Vorteile“ der NOU. Bei Detailfragen mussten die Planer aus Wiesbaden aber oft passen und verwiesen auf die Möglichkeit der Einwendung, deren Frist am 25. Juni abläuft.

Presse: „Viele waren entsetzt“

IZEDUL informierte an der Hattsteiner Allee

Am Sonntag, dem 10. Juni, informierten Vertreter der IZEDUL die Passanten an der Hattsteiner Allee über die im Zuge der Planfeststellung zur Nord-Ost-Umgehung geplanten Eingriffe in dieses Naherholungsgebiet. Lesen Sie hierzu auch den Presseartikel aus dem Usinger Anzeiger: Presseartikel.

Viele der Spaziergänger, Hundebesitzer, Radfahrer und Erholungssuchende hatten bisher wenig Informationen bekommen und erklärten sich nach den Gesprächen mit unseren Mitgliedern zur Einwendung gegen das Straßenbauprojekt bereit. Die Einwendungsfrist endet am 25. Juni. Zu diesem Datum muss Ihre Einwendung im Regierungspräsidium vorliegen !

Offenlegung der Pläne verzögert sich

Hessen Mobil muss nachliefern. 

Anders als ursprünglich vom Regierungspräsidium geplant, verzögert sich die Offenlegung der Planungsunterlagen für die Nord-Ost-Umgehung. Grund: Laut Regierungspräsidium in Darmstadt sind die von Hessen Mobil eingereichten Unterlagen noch nicht vollständig und müssen ergänzt werden. Man kann noch keinen präzisen Zeitpunkt für die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens nennen – dies hängt von der Vollständigkeit der Unterlagen ab.

Impressionen von der Trassenbegehung

IZEDUL informierte Bürger über den Verlauf der Trasse und die zu erwartenden Umweltschäden.

Zahlreiche Bürger, Politiker und Mitglieder von Verbänden kamen am 8. September zur Info-Veranstaltung der IZEDUL. Die Presse berichtete ausführlich (siehe unseren Pressespiegel). Hier zeigen wir ein paar Impressionen von der Veranstaltung.

B275 in Usingen wird für LKW über 3,5 t gesperrt.

Die Orts­durch­fahrt Usin­gen auf der B 275 wird bald für schwe­re Lkw kom­plett ge­sperrt.

Wie Bürg­er­meis­ter Stef­fen Wer­nard ge­stern mit­teil­te, wird die Be­gren­zung von 7,5 Ton­nen für die Kreuz­gas­se und die Neu­tors­tra­ße wei­ter auf 3,5 Ton­nen re­du­ziert. Last­wa­gen aus Rich­tung Os­ten und Sü­den so­wohl auf der B 275 und der B 456 mit Fahr­ziel Bad Schwal­bach (Merz­hau­sen) müs­sen dann die In­nens­tadt süd­lich um­ge­hen und die Süd­tan­gen­te befahren. Nur der Lie­fer­ver­kehr darf durch. Das Ver­bot wird wirk­sam, sobald die Schil­der montiert sind. Siehe auch den Artikel im Usinger Anzeiger in unseren Pressespiegel.

Die Sperrung der B275 für große LKW in Usingen ist ein weiterer Schritt zur Entlastung der Innenstadt und damit wird die Rechtfertigung für die NOU wieder etwas „dünner“.

Wunschdenken und Ignoranz

Kürzlich konnte man in einem Artikel zum Thema Nord-Ost-Umgehung ein Zitat des FWG-Fraktionsvorsitzenden Konieczny lesen: „Ich streite mich nicht um die Frage, um exakt wie viel Prozent Usingen vom Verkehr entlastet wird. Wichtig ist, dass ein Großteil des Verkehrs aus der Stadt genommen wird.“
Es ist Wunschdenken, wenn Herr Konieczny glaubt, die Nord-Ost-Umgehung würde einen Großteil des Verkehrs aus Usingen nehmen. Der größte Anteil ist immer noch der Ziel- Und Quellverkehr und das besonders nach der Eröffnung des Einkaufszentrums am Neuen Marktplatz. Auch Schulen, wie die CWS mit rund 1200 Schülern und Lehrern und die (verbliebenen) Geschäfte leisten ihren Beitrag zum Innenstadtverkehr. Nachdem in der neuen Planung die Frankfurter Straße offen bleibt, wird auch der Verkehr über diese Straße nicht auf die Umgehung verlagert werden können.
Es ist Ignoranz, wenn Herr Konieczny sich nicht mit Andersdenkenden streiten will und um den besten Kompromiss bemüht.
Ist es nicht auch Ignoranz wenn Usinger Politiker seit mehr als 30 Jahren auf die Ringstraße um Usingen bestehen, obwohl HessenMobil als Planungsbehörde diese Variante der Nord-Ost-Umgehung als die für die Umwelt schädlichste Möglichkeit der Verkehrsentlastung Usingens klassifiziert?
Es ist Zeit zum Umdenken. Die verbliebenen Flächen der Usinger Landschaft dürfen nicht für eine umstrittene Trasse versiegelt werden. Und wo haben Usinger Politiker einen „Plan B“? Hat man schon einmal darüber nachgedacht was zu tun ist, wenn die Nord-Ost-Umgehung nicht zu verwirklichen ist?

Bürgerversammlung zum Verkehrsgutachten

Kritische Fragen wurden nicht gestellt.

Die Herren Wernard und Liese waren sichtlich erleichtert als die Bürgerversammlung am 20.04. ohne kritische Fragen und sehr harmonisch ablief.

Professor Rüdiger Storost, der bereits zweimal mit der Planung der Nord-Ost-Umgehung befasst und bei deren Durchsetzung nicht erfolgreich war, bekam einen neuen Auftrag der Stadt für ein Verkehrsgutachten. Er sollte herausfinden, welche Maßnahmen die Innenstadt vom Ziel- Und Quellverkehr, der maßgeblich durch den Bau des Einkaufszentrum am Neuen Markt entsteht, entlasten können. Nachdem er gleich am Anfang betont hatte, dass die NOU unbedingt notwendig sei, zeigte er Lösungsvorschläge für die Innenstadt, die allesamt nicht zu verwirklichen sind, sei es aus finanziellen oder eigentumsrechtlichen Gründen (Siehe die Artikel in unseren Pressespiegel).

Da bleiben immer noch Fragen offen:

  1. Warum wurde das Einkaufszentrum gebaut bevor ein teures Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben wurde?
  2. Warum beauftragt die Stadt einen Gutachter, der schon zweimal mit der Planung der NOU befasst und damit voreingenommen ist und dessen einführenden Worte ein Plädoyer für die NOU waren?
  3. Was war die Zielsetzung der Stadt für das Gutachten und warum musste es vom Verfasser noch einmal überarbeitet werden nachdem man mit der „Februarversion“ nicht zufrieden war?
  4. Wäre es nicht sinnvoller gewesen einen neutralen Gutachter zu beauftragen, der Usingens Verkehrsgeschichte nicht kennt, eine von HessenMobil unabhängige Verkehrszählung vornimmt und unparteiisch auch überregionale Verkehrsentwicklungen berücksichtigt?

Wieder einmal drängt sich der Gedanke auf, dass man, nachdem man in Usingen ein Verkehrschaos provoziert hat, mit Hilfe eines Gutachtens die NOU rechtfertigen will.

Fachmarktzentrum ohne Verkehrskonzept

Das absichtlich herbeigeführte Verkehrschaos in Usingen rückt näher.

Im März 2015 äußerte sich ein Usinger CDU-Politiker mit den Worten: „Usingen muss wissentlich ins Verkehrschaos gestürzt werden um den Bau der Nord-Ost-Umgehung zu beschleunigen.“ Siehe unseren Beitrag hierzu.

Bald ist es soweit. Schon heute ist die Usinger Innenstadt rund um die Bahnhofstraße verstopft. Der Busverkehr, dem der Busbahnhof genommen wurde, der Bauverkehr am Fachmarktzentrum und der Quell- und Zielverkehr zum Riedborn überfordern das Straßennetz. Was aber, wenn erst die täglich zu erwartenden 4500 PKW-Bewegungen des Kunden- und Lieferverkehrs zum Fachmarktzentrum hinzu kommen? Siehe Artikel in der TZ.

Das Absurde ist aber, dass die von den Usinger Politikern erwartete Entlastung durch die in weiter Ferne liegende Nord-Ost-Umgehung wenig zur Beruhigung des oben genannten Bereiches beitragen kann. Der 30%ige Durchgangsverkehr wird zwar umgeleitet werden, dafür kommen auswärtige Kunden auf dem Weg zum Fachmarktzentrum zusätzlich in die Innenstadt.

Die IZEDUL hat schon frühzeitig vor dieser Situation gewarnt. Als es aber zu einer Anhörung der Öffentlichkeit zu den Fachmarktplänen kam, waren die Verträge längst unterschrieben – Zufall oder Absicht?